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Vor 59 Jahren, am 19. April 1950, gaben sich die Städte Krefeld und Mönchengladbach das Ja-Wort für ein gemeinsames Theater. Es war und bleibt die beste Entscheidung - auch wenn einige Stimmen anfangs das Gegenteil behaupteten. Mittlerweile sind wir das älteste Kooperationstheater in Deutschland.
Als die Räte von Krefeld und Mönchengladbach am 19. April 1950, einer Zeit, in der für den Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands enorme finanzielle öffentliche Mittel aufgebracht werden mussten, einen Theatervertrag unterzeichneten, der die eigenständigen Bühnen der Städte zusammenführte, war nicht abzusehen, dass damit die Grundlage für eine mindestens 50-jährige Erfolgsstory geschaffen wurde. Keine andere Theaterfusion in Deutschland konnte sich über einen so langen Zeitraum behaupten.
Anlässlich des 25jährigen Jubiläums, „im Jahr der Silbernen Hochzeit” begründet der damalige Kulturdezernent Krefelds, Kurt Honnen, in der „Deutschen Bühne” das harmonische Funktionieren der Theaterehe damit, dass „es einen fast perfekten Ehevertrag gibt, der sämtliche Rechte und Pflichten der Partner bis ins kleinste Detail regelt. Der Städtetag nannte das Papier unlängst sogar einen Mustervertrag, und viele kooperationsbereite Städte haben sich ihn schon ausgeliehen. Die Vernunftehe hat sich bewährt”.
Wir registrieren in den 59 Jahren Geschichte der VSB erstaunliche Kontinuität.
Unter anderem: die Geschicke der Bühnen wurden bisher von lediglich 6 Generalintendanten und 6 Generalmusikdirektoren gelenkt.
„Das Bekenntnis der Politik zum Theater” (Gramss) war/ist die Voraussetzung dafür. Hinzu kommen eine sorgfältig entwickelte Organisationsstruktur, funktionierende Gremien (Kuratorium, Theaterkonferenz) und die enormen Anstrengungen der immer an der Belastungsgrenze arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf und hinter der Bühne, im Orchestergraben, in Werkstätten und Büros. Ein Gemeinschaftstheater ist in besonderer Weise ein „work in progress” und wie eine Ehe gewiss „kein Fertighaus, sondern ein Gebäude, an dem ständig konstruiert und repariert werden muss” (Jean Gabin).
Jens Pesel Generalintendant
Auszug aus der Festschrift zum Theaterjubiläum
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